Als ich 2010 nach Braunschweig zog, war meine Omi eine der ersten, die mich besuchte. Hier sind wir, beim Essen im Vapiano, auf einem Selfie (auch wenn ich denke, den Begriff Selfie gab es vor vier Jahren noch gar nicht).
Als meine Omi Anfang des Jahres so krank wurde, dachte ich mir, es wäre so schön, wenn sie noch einmal zu mir nach Braunschweig kommen könnte. Gleichzeitig hielt ich das aber für beinahe unmöglich. Als es ihr dann langsam besser ging, fragte ich sie, ob sie die Reise noch einmal auf sich nehmen würde. Das wollte sie gerne. Und ich hoffte, dass das tatsächlich noch einmal klappen würde.
Am 22. Oktober war es dann so weit. Ich hatte Urlaub. Und holte meine Omi, Franzi und Tamino aus Berlin ab. Für einen Kurztrip nach Braunschweig. Bevor dann drei Tage später, zu meinem Geburtstag, der Rest der Familie nachkommen sollte.
Wir hatten eine schöne Autofahrt. Meine Omi fuhr sehr gerne Auto. Als Beifahrerin. Sie blickte dann aufmerksam aus dem Fenster, schaute sich Menschen an, Häuser und Landschaften. Und kommentierte hier und da.
Franzi reichte Snacks und Getränke zu uns nach vorne. Und meine Omi aß und trank fleißig vor sich hin. Da waren wir froh drüber. Denn in den Tagen zuvor hatte sie schlecht gegessen, was in der Vergangenheit immer ein Warnsignal bezüglich der Metastasen in ihrer Leber gewesen war.
Franzi reichte Snacks und Getränke zu uns nach vorne. Und meine Omi aß und trank fleißig vor sich hin. Da waren wir froh drüber. Denn in den Tagen zuvor hatte sie schlecht gegessen, was in der Vergangenheit immer ein Warnsignal bezüglich der Metastasen in ihrer Leber gewesen war.
Die erste Station nach unserer Ankunft war das Wolfsburger Planetarium. Dort sahen wir uns eine Kindervorstellung an, die aber auch für uns Erwachsene interessant war.
Nach dem Planetarium stoppten wir noch im Wolfsburger Outlet. Franzi wollte ein paar Babysachen erstehen. Nachdem wir uns in einem Café ein wenig gestärkt hatten.
Meine Omi kaufte ein paar Sachen bei Lindt ein. Einer lieben Bekannten, die sie fast wöchentlich anrief, um sich nach ihrem Befinden zu erkundigen, wollte sie eine kleine Aufmerksamkeit zu Weihnachten schenken. Und ein paar Kleinigkeiten für das Personal vom Pflegedienst, mit dem sie sehr zufrieden war, landeten in ihrem Korb.
Abends dann in meinem Wohnzimmer. Meine Omi mit Tee und Decke. Weil sie ja fast immer fror.
Tamino und Wilson. Was hier so friedlich aussieht, schien lange ausgeschlossen. Tamino fand die Katzen schon toll, als er noch ganz klein war. Dies beruhte aber nicht auf Gegenseitigkeit. Wenn Tamino den Katzen freudig quietschend hinterherkrabbelte (oder später rannte), konnten diese nicht schnell genug stundenlang unterm Bett verschwinden. Heute versteht man sich gut. Tamino findet die Katzen immer noch toll. Und Wilma und Wilson akzeptieren ihn.
Am nächsten Morgen gingen wir frühstücken. Was nicht so einfach ist in Braunschweig. Denn es ist kaum eine Lokalität zu finden, in der man ein nett zurechtgemachtes Frühstück bekommt. Der Berliner weiß wahrscheinlich kaum, in welchem Luxus er diesbezüglich lebt.
Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Wolfenbüttel. Zum Schwimmen.
Meine Omi war immer eine große Schwimmerin. Seit rund 20 Jahren war sie Mitglied in einer Wassergymnastikgruppe. Die sich wöchentlich traf. Und sie ging auch oft mit Bekannten schwimmen. Aber seit Anfang des Jahres, als sie so schwer krank wurde, war sie nicht mehr im Wasser gewesen.
Sie fand die Vorstellung toll, mal wieder schwimmen zu gehen. Und so setzten wir das bei ihrem Besuch Ende Oktober in die Tat um. In einer modernen, neuen Schwimmhalle. Wo man bequem ins Wasser laufen konnte. Und das Wasser recht warm war. Genau das richtige also für meine Omi.
Ich bin froh, dass wir das noch einmal geschafft haben.
Nach dem Schwimmen liehen wir einen Rollstuhl für meine Omi aus. Den sollten wir noch brauchen, in den nächsten Tagen. Denn das Laufen über einen längeren Zeitraum als ein paar Minuten fiel meiner Omi schwer. Allerdings erst nicht seit diesem Jahr, sondern schon länger. Deswegen erledigte sie bis zum letzten Jahr auch fast alles, wenn möglich, mit dem Fahrrad. Fahrrad fahren ging gut, wenn auch etwas wackelig. Fahrrad fahren und schwimmen. Das machte sie beides sehr gerne.
Dann machten wir noch einen Abstecher in den Braunschweiger Zoo.
Dafür packten wir meine Omi warm ein. Denn wie gesagt, sie fror ja immer.
Dann zwängte ich mich, Tamino zuliebe, noch durch einen ziemlich hohen Kletterturm, deren Öffnungen eigentlich gerade groß genug für kleine Kindern sind. Na was macht man nicht alles, für den Lieblingsneffen.
Ein Foto, das Tamino gemacht hat. Gar nicht so schlecht, finde ich.
Den Abend verbrachten wir wieder auf meinem Sofa. Ich hatte Kürbissuppe gemacht. Meine Omi schaffte aber kaum eine Schüssel. Ich machte mir Sorgen. Dass für den mangelnden Appetit aber nicht ihre kranke Leber verantwortlich war, sondern wahrscheinlich schon die Metastasen im Hirn, das wäre mir nicht einmal im Traum eingefallen.
Trotzdem hatten wir vier zusammen zwei ereignisreiche und schöne Tage in Braunschweig. Und wir freuten uns auf den Harz. In dem wir uns am nächsten Tage mit dem Rest der Familie treffen sollten.
Meine Omi. Mit Wilma und Wilson. Die drei waren ziemlich dicke, nachdem Wilma und Wilson ein Jahr lang bei meiner Omi gewohnt hatten. Sie hatte sie freundlicherweise aufgenommen, als ich ein Jahr lang als Trainee bei Ikea unterwegs und nur alle paar Wochenenden zu Hause in Berlin war. Nachdem das Jahr vorbei war, musste sich meine Omi ein neues Sofa kaufen. Den Katzen war sie aber weiterhin sehr wohlgesonnen. Und es gab nicht wenige Telefonate, bei denen sie am Ende von mir noch wissen wollte, was die Kätzchen machen.


















Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen