Montag, 24. November 2014

Erinnerung

Folgendes habe ich in einem Buch gelesen: Herbert Scheuring - Mit der Trauer leben. Von Abschied und Neubeginn

"Balzac schrieb einmal, dass man nicht nur einmal lebt, sondern zweimal. Das erste Mal in der Wirklichkeit, das zweite Mal in der Erinnerung. 
Die Menschen leben in denen weiter, die sie nach ihrem Tod zurücklassen und denen sie viel bedeutet haben, als sie noch lebten. Denen sie weiterhin viel bedeuten, denn das tun sie ja immer noch, auch wenn sie in ihrer körperlichen Gestalt nicht mehr hier sind.
Eine starke Verbindung zwischen Menschen, die sich im Leben nahe waren, kann auch der Tod nicht auflösen. Der Schmerz des Verlustes, der immer am Anfang steht, tut weh. Der Tod ist unbegreiflich, die Vorstellung, einen geliebten Menschen nie mehr wiederzusehen, oft unerträglich.
Doch niemand ist wirklich tot, solange er noch geliebt wird, solange sich Menschen an ihn erinnern. Menschen, die wir lieben, bleiben auch nach ihrem Tod innerlich mit uns verbunden.
Menschen, die wir lieben, bleiben in uns und mit uns lebendig. Denn man lebt nicht nur zweimal, wie Balzac schrieb, sondern man liebt auch zweimal. Das erste Mal im wirklichen Leben, das zweite Mal in der Erinnerung."

Ich freue mich auf den Tag, wo mich die Erinnerung an meine Omi tröstet und froh macht. Und nicht mehr nur traurig sein lässt. 

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