Am 15. August haben wir mit meiner Omi ihren 81. Geburtstag gefeiert. Das war ein kleines Wunder. Denn Anfang des Jahres, als es ihr so schlecht ging, schien ihr Geburtstag im August in unerreichbarer Ferne zu liegen.
Und nun war er da. Der 15. August. Und meiner Omi ging es gut. Wir begrüßten sie mit Wunderkerzen. Nachdem wir im Garten alles vorbereitet und sie dann von zu Hause abgeholt hatten.
Dass es ihr so gut ging, war nicht selbstverständlich. Denn Mitte Juli hatte sie einen Rückfall erlitten. Die Krebszellen hatten gegenüber der Chemotherapie, die sie zu diesem Zeitpunkt erhielt, Resistenzen gebildet. Aber es gab weiterhin Hoffnung, und meine Omi wurde auf eine andere Chemotherapie umgestellt. Ein stärkeres Medikament, dass nur noch alle vier Wochen verabreicht wurde. Den Feierlichkeiten, die sich meine Omi mehr als verdient hatte, stand also nichts im Wege.
In den Apfelbaum und die Hecke hatten wir Bilder gehangen. Von meiner Omi. Und uns. Aus den vergangenen Monaten. Die meisten davon waren im Garten entstanden.
Sehr zur Freude meiner Omi.
Sie bestaunte ihren Geburtstagstisch.
Ein bisschen Konfetti. Zur Feier des Tages.
So lange ich zurückdenken kann, haben wir den Geburtstag von meiner Omi immer im Garten gefeiert. Und begannen traditionell immer mit einem späten Frühstück. Bevor dann am Nachmittag die anderen Gäste eintrudelten.
Eigentlich war es ein warmer Tag. Aber zwischendurch gab es immer wieder kleine Regenschauer. Im Garten muss man erfinderisch sein. Und wir behalfen uns. Mit einem Sonnenschirm. Einem Regenschirm. Und einer Autoabdeckplane.
Geschenke gab es natürlich auch.
Die meine Omi, ebenfalls traditionell, auf ihrer Gartenbank auswickelte.
Es regnete erneut. Also ging es zurück unter Sonnenschirm, Regenschirm und Abdeckplane.
Meine Omi bei der Gartenbegehung. Das machte sie gerne. Nicht nur in ihrem eigenen Garten. Sondern auch in dem meiner Eltern. Oder dem meiner Tante. Um Obst, Gemüse, Pflanzen oder Bäume zu begutachten.
Geburtstagskaffee gabs im Haus. Denn es regnete wieder.
An diesem eigentlich doch recht warmen 15. August 2014.
An diesem eigentlich doch recht warmen 15. August 2014.
Trotzdem trug meine Omi eine Jacke. Denn sie hat immer gefroren. Eine Nebenwirkung der Chemo. Hier hatte sie gerade erst 24h zuvor den nächsten Zyklus erhalten. Und sie klagte nicht ein einziges Mal an diesem Tag. Und sowieso sehr selten in der ganzen Zeit. Sie wollte diese Behandlung, damit sie noch ein bisschen auf dieser schönen Erde sein kann, wie sie immer sagte. Und hielt alle Nebenwirkungen tapfer aus.
Es wurde viel gemalt. Am 81. Geburtstag meiner Omi.
Und dann war es Zeit für unser traditionelles Familienfoto. Das machten wir jedes Jahr. Am Geburtstag meiner Omi. Immer auf die gleiche Art und Weise. Aber zunächst einmal stellte Tamino die Kamera ein. (Das muss er von der Tante haben.)
Meine Omi und ich. Fotografiert von Tamino.
Und dann ging es los. Meine Omi. Und dann immer einer mehr.
Ihre Schwester. Meine (Groß)tante Lilo.
Meine Mama.
Tamino.
Maria.
Silke.
Franzi.
Anton.
Und schließlich ich.
Nach dem Fotoshooting erledigten einige ein wenig Gartenarbeit.
Während Tamino einen dramatischen Einsatz auf dem Kartoffelacker simulierte. Mit einem Müllauto. Einem Bagger. Einem Krankenwagen. Einem Feuerwehrauto. Ein paar Zivilifahrzeugen. Ein paar Pferden. Und einem Ritter. Natürlich.
Meine Omi. In der Abendsonne.
Und mit neuen Blümchen. Mitgebracht von einem späten Gast.
Umso später der Tag. Umso freundlicher wurde das Wetter.
Nach dem Abendessen setzten wir uns ans Feuer. Für Marshmallows. Und Popcorn.
Maria und ich legten meiner Omi eine 81. Aus Teelichtern. Die dann den ganzen Abend brannten.
Meine Omi hatte einen wunderbaren 81. Geburtstag. Das sagte sie uns beim Abschied am Abend. Und wir waren froh und dankbar, dass wir ihn mit ihr feiern konnten. Weil unsere Welt Anfang des Jahres ganz anders ausgesehen hatte. Und nicht klar war, ob sie diesen Tag noch erleben würde.
Ihren nächsten Geburtstag können wir nicht mehr mit ihr feiern. Ich weiß nicht, was wir an diesem Tag im nächsten Sommer machen werden. Und ich mag auch noch nicht daran denken.
















Ein schöner beitrag mit vielen glücklichen, strahlenden fotos von omi ... der erste blogeintrag den ich mit einem lachenden auge lese, anstatt wie sonst mit zwei weinenden.
AntwortenLöschenDa kann ich mich Franzi nur anschließen! Was war es doch für ein schöner Tag für euch alle den ihr immer als einen solchen in Erinnerung behalten könnt!
AntwortenLöschenDicke Umarmung!Steffi