Ende Oktober waren wir noch einmal mit der ganzen Familie im Harz. Um meinen Geburtstag zu feiern. Das ist erst 37 Tage her. Aber doch scheint es mir, als ob es in einem anderen Leben gewesen wäre. In einem anderen Leben, als meine Omi noch lebte.
21 Tage nach unserer Rückkehr aus dem Harz war meine Omi tot. Nichts, aber auch wirklich nichts ließ uns das vorausahnen. Niemals hätten wir damit gerechnet. Bis jetzt ist es unfassbar. Aber es ist schön, dass wir diese Reise mit ihr noch machen konnten.
Als wir ankamen, im Harz, einen Tag vor meinem Geburtstag, wurden erst einmal die Zimmer verteilt. Tamino war mit einem Platz im Schrank zufrieden.
Meine Omi und Franzi, in dem Zimmer, in dem es am schnellsten warm wurde. Mit einer Decke obendrauf.
Da das Wetter schön war, drehten wir am späten Nachmittag noch eine Runde durch den Ort. Die Jüngsten hatten Roller und Puky dabei.
Meine Omi saß, recht komfortabel, mit Decken und Wärmflasche versehen, im Rollstuhl (denn per pedes - wie sie immer sagte - mitzuhalten, das hätte sie nicht geschafft). Der wurde abwechselnd von uns geschoben, da es im Harz ja bekanntermaßen ziemlich hügelig ist.
Am nächsten Tag hatte ich Geburtstag. Der letzte Geburtstag, den ich jemals mit meiner Omi feiern würde. Wir frühstückten.
Und Tamino und Valentin halfen mir großzügigerweise beim Auspacken meiner Geschenke.
Danach machten wir einen Ausflug nach Hahnenklee.
Zum Rollstuhlwanderweg.
Ein paar Meter lief meine Omi. Eingehakt bei meiner Mama und Silke. Wir fanden es toll, dass sie einige Schritte selbst zurücklegte, obwohl das eine große Anstrengung für sie war.
Ihr Rollstuhl fand derweil anderweitige Verwendung.
Obwohl zwischendurch sogar die Sonne durchkam, wurde es irgendwann doch immer kälter, und wir machten uns auf den Rückweg.
Zum Abendessen kehrten wir auf der Steinbergalm in Goslar ein. Dort war ich schon öfter mal gewesen. Einmal auch mit meiner Omi zusammen. Sie freute sich auf das Essen dort.
Tamino und Valentin setzten sich nach dem Essen noch für eine paar private Gespräche bei einer frischen Apfelschorle an den Nachbartisch.
Am nächsten Tag packten wir unsere sieben Sachen zusammen und fuhren nach Quedlinburg. Meine Omi bei mir als Beifahrerin. Da saß sie immer gerne. Und ließ sich durch die Gegend fahren. Danach bedankte sie sich immer dafür, dass man sie so gut hin- und herchauffiert hatte.
Quedlinburg ist ein extrem hübsches Städtchen. Der Sonnenschein tat sein übriges. Meine Omi fand es toll da. Wir anderen auch.
Am Ende bestand ich noch auf ein Familienfoto.
Tamino assistierte mir mal wieder. Und nahm professionell die Einstellungen an der Kamera vor.
Das ist unser letztes Familienbild mit meiner Omi. Ein Bild aus einem anderen Leben. Ich bin froh, dass ich es habe. Und so traurig, dass es keine.weiteren mehr geben wird.
















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