Donnerstag, 15. Januar 2015

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Du bist schon seit fast neun Wochen tot./
Du bist erst seit fast neun Wochen tot. Wir werden noch so viele Wochen, Monate und Jahre ohne Dich auskommen müssen. So viele Geburtstage, Feste, Familientreffen oder Gartentage.

Ich würde Dich so gerne wieder mal sehen. Oder wenigstens deine Stimme hören./
Ich habe es bisher nicht geschafft, mir ein Video von Dir anzusehen. Oder mir eine deiner Nachrichten auf meinem Anrufbeantworter anzuhören.

Ich weiß, dass ich Dich nie wiedersehen werde./
Ich kann nicht begreifen, was nie wieder bedeutet. Was nie wieder für einen Umfang hat.

Manchmal ist der Schmerz aushaltbar. Für einige Stunden. In denen ich auch lachen kann./
Ganz oft ist der Schmerz unerträglich.

Es wird bestimmt mit der Zeit immer besser. Und leichter./
Es wird immer schwerer, umso mehr Zeit vergeht, seit Du gestorben bist.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich mich 35 Jahre lang immer auf Dich verlassen konnte. Und auf Dich stützen./
Ich bin so traurig, dass es nur 35 Jahre sein konnten.

Ich weiß, dass es der Lauf der Dinge ist, dass Großeltern einen eben irgendwann verlassen./
Ich hasse es, dass das der Lauf der Dinge ist.

Ich bin mir sehr bewusst darüber, dass Dein Körper verbrannt ist. Und Du in einer Urne unter der Erde liegst./
Ich erwische mich immer wieder bei dem Gedanken: "Wenn ich das nächste Mal bei Omi bin .../ Wenn ich das nächste Mal mit Omi telefoniere ..."

Ich freue mich auf den Frühling. Und die Gartenzeit, die er mit sich bringt./
Ich habe Angst vor der Gartenzeit. Ohne Dich.

Ich freue mich so sehr, dass meine kleine Nichte endlich auf der Welt ist./
Ich finde es so sehr traurig, dass Du Deine Urenkelin nie sehen wirst. Und sie niemals ihre Uromi kennenlernen durfte.

Meine Omi. Ganz in ihrem Element. Im Garten. Im Mai 2014. 

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