Am 16. November 2014 ist eine der wichtigsten Personen in meinem Leben gestorben. Meine Omi.
Am 6. Januar 2015, 7 Wochen und zwei Tage nach ihrem Tod, ist eine der wichtigsten Personen in meinem Leben geboren. Meine kleine Nichte Maxina.
Meine Omi und Maxina haben sich nie kennengelernt. Komischerweise vergesse ich das manchmal. Und dann denke ich, wenn ich meine Nichte bei irgendetwas beobachte, dass meine Omi zu dem, was Maxina gerade macht, immer dies oder jenes gesagt hat. Und dann fällt mir wieder ein, dass meine Omi niemals etwas zu Maxina gesagt hat. Weil sie ihr zweites Urenkelkind leider nicht mehr erleben durfte.
Meine Omi im Garten. Am 8. Juni 2014. Mit uns allen. Da war Franzi schwanger.
Nun ist Maxina da. Aber meine Omi nicht mehr.
Ich habe beinahe täglich mit meiner Omi telefoniert. Meistens war ich diejenige, die angerufen hat. Ich wollte hören, ob bei meiner Omi alles in Ordung ist. Sie war schließlich nicht mehr die Jüngste und lebte alleine. Manchmal sprachen wir dann nur kurz. Oftmals aber auch länger.
Manchmal, meistens am Sonntag, da war es auch so, dass meine Omi mich mal anrief: "Hallo meine Große!", sagte sie dann. "Ich bins, Deine liebe Omi! Ich wollte mich mal melden, damit Du mich nicht immer kritisierst, dass ich Dich nie anrufe!"
Heute ist Sonntag. Vor genau 25 Wochen ist meine Omi gestorben. Es wäre so schön, wenn es anders wäre. Und wenn heute irgendwann mein Telefon geklingelt hätte und meine Omi sich gemeldet hätte, mit: "Hallo meine Große! Ich bins, Deine liebe Omi!"
Heute ist Muttertag. Heute vor einem Jahr haben wir den bei meinen Eltern in Müggelheim verbracht. Es gab ein großes Frühstück. Kuchen. Feuer. Und Bingolose für alle. Das hat meiner Omi gefallen.
Oft habe ich die Stimme meiner Omi im Ohr. Ich kann mir genau vorstellen, was sie in verschiedenen Situationen sagen würde. Und wie. Und dann werde ich traurig. Weil sie nie wieder etwas sagen wird. Gleichzeitig aber bin ich froh darüber, dass ich mir so gut vorstellen kann, was meine Omi sagen würde. Wie sie es sagen würde. Und wie ihre Stimme dabei klingen würde. Ich hoffe, ich vergesse das nie.



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